Denken "ist" Prana
Prana ist die feinstoffliche Lebensenergie, die unsere
Lebensqualität ausmacht. Fliesst Prana in genügendem Mass ungehindert in
unseren feinstofflichen Energiekanälen (nadis),
sind wir im Wachstum und es geht uns gut. Ist der Pranafluss behindert oder gar
blockiert, fühlen wir uns matt, ohne Lebenslust und letztlich werden wir im
weitesten Sinn krank.
Im grösseren Zusammenhang ist
Prana das Lebensprinzip des Universums, die Manifestation der Energie,
aus der heraus sich alles entwickelt.
Wir nehmen Prana über die Atmung und die Chakras aus
unserem Umfeld auf. Reine Luft, Sonnenlicht, Natur, beglückende Eindrücke, die
Nähe von wohltuenden Menschen spenden uns Prana. Ebenfalls nähren wir, wenn wir
zufrieden, optimistisch und glücklich sind, unser Umfeld durch unser Prana. Im
Volksmund sprechen wir von „positiver Ausstrahlung“.
Aufgenommenes Prana fliesst zur
Hauptsache in den drei feinstofflichen Hauptkanälen (nadis), Ida, Pingala und Sushumna. In den Brahmanas, einem Teil der Veden, werden
die fünf unsichtbaren Lebenselemente, Atmen, Sehen, Hören, Denken, Reden als
Prana bezeichnet. Anders ausgedrückt ist als erstes die Atmung Voraussetzung
dafür dass wir überhaupt leben. Leben bedeutet unter anderem dass wir
wahrnehmen (lt. Brahmana: Sehen, Hören), dass wir das Wahrgenommene verarbeiten
(lt. Brahmana: Denken) und dass wir handeln (lt. Brahmana: Reden).
In unserer Sprache würde ich eher sagen: Die fünf
unsichtbaren Lebenselemente sind mit Prana verknüpft. Das gemeinsame und
verbindende an den fünf unsichtbaren Lebenselementen ist Prana, welches zudem
auch die Verbindung zwischen dem Feinstofflichen im Menschen (Denken, Fühlen)
und dem Grobstofflichen (Körper) herstellt. Wir erklären das mithilfe der Koshas,
den Bewusstseinsfeldern: Pranamaya Kosha, das energetische Bewusstseinsfeld, ist
die energetische Verbindung zwischen Manomaya Kosha, dem geistigen Feld und dem
Anamaya Kosha, dem grobstofflichen Körper.
Überhaupt müssen wir die metaphorische Sprache der Veden
immer noch etwa genauer benennen: „Sehen, Hören“ steht für die
Informationsaufnehmenden Funktionen, also auch Riechen, Schmecken, den Hautsinn
und m.E. auch die Intuition. „Denken“ steht für die (nicht nur rationale)
Informationsverarbeitung also auch für die Gefühle, die damit verbunden sind
und letztlich „Reden“, das wir als Handlung in irgend einer Form ausdeutschen.
Gedanken sind Prana, also energetische Prozesse. Was wir
denken, wie wir denken, legt sich als Widerhall in unserem Körper, wie auch im
Geist ab. Unser Unbewusstes nimmt die Resonanz unserer Gedanken als solche auf
und macht keinen Unterschied, ob wir über andere oder über uns selbst denken. Also
sind unsere Gedanken oder Urteile über andere und äussere Geschehnisse immer auch
selbstreflektiv und selbstbeeinflussend. Wenn wir andere lieben oder hassen,
lieben oder hassen wir auch uns selbst. Jeder Gedanke ist - teils bewusst,
teils unbewusst – als Information gespeichert und über den Energiekörper mit
unserem Selbstbild verbunden. Die gespeicherten Informationen beeinflussen uns einerseits
in unserer Wahrnehmung und Beurteilung der Welt und von uns selbst und
andererseits in unseren Reaktionen.
Nicht zuletzt steuern diese mehrheitlich unbewussten
Informationen auch unsere Atmung also den Hauptlieferanten für Prana. Über
Prana sind Unterbewusstsein und Atmung miteinander verbunden. Da wir jedoch –
im Gegensatz zu unserem Unterbewusstsein - die Atmung willentlich beeinflussen
und steuern können, sind wir auch in der Lage, mit Hilfe der Atmung unser
Unterbewusstsein zu beeinflussen.
So setzen wir in der ayurvedischen Psychologie - unter
anderem - bewusstes Atmen (Pranayama aus dem Yoga) als wirkungsvolle Massnahme
gegen Ängste, Panik, Verwirrung, Nervosität, Verspannungen u. v.a.m. ein. Das
Atmen beeinflusst die Wahrnehmung, das Denken und in der Folge auch die
Reaktion.
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