Selbsterlaubnis zur Überwindung von Schüchternheit
Schüchterne
Menschen reagieren oft auf eine Begegnung mit anderen Menschen mit
Verunsicherung oder Furcht. Dies veranlasst sie, sich zurück zu ziehen, in
Gesellschaft zu verstummen und zwischenmenschliche Situationen zu vermeiden.
Dabei fühlen sie sich jedoch meist unwohl und oft beneiden sie auch
andere, die scheinbar völlig locker und selbstsicher auftreten können.
Platte,
pseudopsychologische Kurse und Trainings, die schüchternen Personen
ein selbstbewusstes Auftreten antrainieren wollen, gehen allein schon deshalb in
die Hose, weil diesen Menschen erst recht der Spiegel ihrer Unfähigkeit, die sie
durch ganz einfache, banale und lächerliche Tricks überwinden können sollten,
hingehalten wird: „Du musst nur diese Hürde überspringen, indem du dir eine
lustige Geschichte einfallen lässt, die du anderen erzählen kannst... .“ So
einfach lässt sich jedoch Schüchternheit nicht besiegen.
Manchmal
geben sich schüchterne Menschen tatsächlich einen Ruck und versuchen ihre tief liegende Schüchternheit zu überspielen, indem sie auf andere zu
gehen und eine Konversation anfangen. Das braucht sehr viel Mut und ist
grundsätzlich zu bewundern. Das Problem dabei ist, dass dieses Verhalten oft
unspontan, aufgesetzt, vorbereitet, nicht zur Situation passend und damit
verkorkst wirkt. Mehr oder weniger unbewusst reagieren die anderen Menschen in
solchen Situationen etwas peinlich berührt und etwa verwirrt. Das beherzte Auftreten des
schüchternen Menschen wird mit Ratlosigkeit, manchmal auch mit peinlichem
Schweigen oder gar durch Abwenden beantwortet. Somit hat dann der oder die
Schüchterne den „Beweis“ dafür, dass er oder sie „unfähig“ ist, was nicht
gerade das erfolgreichste Rezept gegen die Schüchternheit darstellt.
Bei schüchternen Personen geht es um viel Grundsätzlicheres, als um das
Auftreten-Lernen. Sie brauchen vor allem erst einmal die Selbsterlaubnis; die
Erlaubnis so sein zu dürfen wie sie sind, die Erlaubnis für sich Raum einnehmen
zu dürfen, letztlich darum, auf der Welt sein zu dürfen.
Selbsterlaubnis kann dadurch wachsen, dass jemand dem Vergleich mit anderen Menschen und einer Bewertung durch
diese weniger Raum gibt. Yogisch-Ayurvedisch-psychologisch gesprochen, dass das Ego (ahamkara) abgebaut wird. Viele werden
jetzt sagen: „Nein, gerade ein stärkeres Ego muss aufgebaut werden!“ Dies ist jedoch genau das Neue
an der Yogisch-Ayurvedischen Psychologie, nämlich die Betrachtung der Schüchternheit
als Egoproblematik, denn im Ego sitzt das Bedürfnis, gut, erfolgreich und
überzeugend sein zu wollen. Oftmals wird man sogar vom Zwang beherrscht, gut dastehen und perfekt
sein zu müssen. Solche Bedürfnisse oder Zwänge bilden dann das
Kriterium für den Vergleich mit anderen und für die – im Falle von Schüchternen
– negative Selbstbeurteilung.
Eine wirksame yogisch-ayurvedisch-psychologische Behandlung der Schüchternheit setzt bei diesem Punkt
an. Wir erarbeiten gemeinsam ein realistisches Selbstkonzept,
welches nicht im Vergleich zu anderen entsteht, sondern aus einer sensiblen
Selbstwahrnehmung, aus dem Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche im Hier und
Jetzt. Anstelle der vergleichenden Selbstbeurteilung tritt die Wahrnehmung und
Realisierung des eigenen Wachstumspotenzials: Wer bin ich in Wahrheit? Worin besteht
meine Einmaligkeit? Welches Potenzial habe ich? Wie kann ich es zum Wachsen
bringen?
Diese und ähnliche Fragen führen dazu, dass die betreffende Person anfängt,
sich selbst in einem echteren, positiven Licht zu sehen und wertzuschätzen. Daraus erwächst allmählich die eingangs erwähnte
Selbsterlaubnis: Ich gebe mir die aus dem Tiefinneren kommende Erlaubnis zu
sein, Raum beanspruchen zu dürfen, mich anderen Menschen anzunähern, unnötige
Blockaden und Kontrollen aufzugeben und spontan zu sein.
Zusätzlich erreichen
wir mit begleitender Chakratherapie eine Stärkung des Selbstvertrauens (Muladhara Chakra),
des Bewusstseins des Selbst als fliessendes, wachsendes Wesen (Svadhisthana
Chakra), der Selbstsicherheit (Manipura Chakra), der Selbstliebe (Anahata
Chakra), und vor allem des Selbstwertgefühls zur Gewinnung des eigenen Raums
(Vishuddha Chakra).
Insgesamt
rechnen wir - bei einer guten Compliance (Disziplin) der Klientin / des
Klienten und je nach Ausgeprägtheit der Hemmung - für eine erfolgreiche und
nachhaltige Überwindung von Schüchternheit mit etwa 5 bis 10 Coachingstunden.
Toller Beitrag!
AntwortenLöschenLG
Steffi
Blog