Die Seele in der ayurvedischen Psychologie
In der ayurvedischen Psychologie hat die Seele (jivatman) – entsprechend der vedischen
Philosophie – eine besondere Bedeutung. Sie ist etwas Eigenständiges, nämlich
das Göttliche, das es ausmacht, dass Lebewesen, also Pflanzen, Tiere und
Menschen leben. Mit der Seele hat Gott den Lebewesen das Leben eingehaucht. So
lange die Seele im Lebewesen drin ist, lebt es. Stirbt das Lebewesen, entweicht
die Seele und geht in den Kosmos zurück, um sich später in einem neuen Körper
wieder zu manifestieren.
In der Bhagavad Gita steht dazu der Vers: „Das Selbst
wird nie geboren und es stirbt zu keiner Zeit. Es ist immerwährend, ungeboren,
ewig, uralt und wird nicht zerstört, wenn der Körper vernichtet wird (Bhagavad
Gita, 2.20)
H.P. Dürr (Geist, Kosmos und Physik), der kürzlich
verstorbene, bekannte Quantenphysiker: „Besser sollte man sagen: Im Grunde
unserer Wirklichkeit ist ... eine Quelle, etwas Lebendiges.”
Das „wahre Selbst“, wie wir die Seele auch nennen, ist
das reine Bewusstsein. Im Unterschied zur westlichen Psychologie, haben - aus
ayurvedisch-psychologischer Sicht - alle Lebewesen einen göttlichen Kern, der
nichts tut, einfach da, vollkommen und gesund ist. Die Seele kann also nicht
verletzt oder krank werden, auch nicht durch traumatische Erlebnisse oder durch
Krankheiten des Geistes. Was verletzt oder krank werden kann, ist die Psyche,
welche die Seele ummantelt. Das bedeutet, dass jeder Menschen, so krank und
verletzt er auch sein mag, auf eine intakte, starke göttliche, innere Kraft
zurückgreifen kann.
Für uns ayurvedische Psychologinnen und Psychologen bedeutet
dies, dass wir keine Seelen heilen müssen und auch nicht können, sondern dass
wir bei unserer Arbeit, mittels spiritueller Methoden (Meditation, Mantras,
Klangschalen, Körperdialog, Chakraarbeit), Heilung der Psyche von innen heraus ermöglichen.
Durch die spirituellen Methoden kann die Klientin einen Zustand des inneren
Friedens (ananda) erreichen, der dem
göttlichen Zustand der Seele nahe kommt. Dadurch erwacht das Potential der
weiblichen Kraft Shakti, mit ihren Eigenschaften Ruhe, Liebe und Geduld. Die
Shakti hilft destruktive Blockierungen im Chitta aufzulösen, die im Klima von
Leistungsdruck, von innerem Unfrieden und persönlichen Spannungen entstanden
sind. Solche Blockierungen hemmen unser persönliches Wachstum und verursachen
innere Unzufriedenheit, die sich in geistiger und/oder körperlicher Unruhe, Nervosität,
Konzentrationsstörungen, Schlafproblemen, psychischen Phänomenen wie z.B.
Ängste, Depressionen, Burnout oder in körperlichen Symptomen manifestieren.
Von all dem ist jedoch nicht die Seele betroffen,
sondern die Psyche!

Drei inspirierende Aussagen zu dem Thema, die mich begleiten:
AntwortenLöschen☆ Alle großen Lehrer erklären, dass dieser Körper die unsterbliche Seele beherbergt, dass sie ein Funke jener Allmacht ist, die alles am Leben erhält. (Paramahansa Yogananda)
☆ „Die Seele soll ihren Schritt lenken in die Ewigkeit ihres eignen Wesens und andächtig betrachten, wie sie durch die Gnade Gottes eine unvergängliche Natur ist, die er berufen hat zur Gemeinschaft seiner ewigen Seligkeit“ .. .. „die Seele ist in ihrer Natur Gottes Ebenbild“. (Meister Eckhart)
☆ Sufis glauben, das wir ewig, unsterblich und uralt sind, dass wir ohne Anfang und ohne Ende sind. Wir sind einfach ein Strahl Gottes, ein Teil der spirituellen Sonne. (Irina Tweedy, Sufi Meisterin)
• ps. mein Name ist leider nicht angezeigt, und ich kann
AntwortenLöschenes nicht einfügen, darum noch eine weitere Aussage des Yoga-Meisters Paramapadma Dhirananda, den ich sehr schätze,
Gruss, Folker Dangers
☆ Atma ist ein Funke des universellen Spirits
oder Gottes oder des Schöpfers.
Spirit, Seele, Selbst und Atma sind dasselbe.
— Dhirananda, Yoga-Meister —