Die Unruhe des Geistes
Unser Geist ist in ständiger Bewegung, ob wir das wollen oder nicht. Gedanken, Sorgen, Ängste, Bilder, Erinnerungen, Ideen tauchen auf, treiben im Geist ihr Unwesen und verabschieden sich früher oder später, jedoch oftmals nur um neuen Impulsen Platz zu machen. Vergleichbar ist das mit der „brownschen Bewegung“ in der Biologie, die nach dem schottischen Botaniker Robert Brown benannt wird, der diese im 19. Jahrhundert entdeckt hatte. Es handelt sich dabei um unregelmässige und ruckartige Bewegung mikroskopisch beobachtbarer Teilchen in Flüssigkeiten und Gasen. Diese Bewegungen sind wärmeabhängig; d.h. je wärmer die Umgebung ist, desto heftiger bewegen sich die Teilchen.
Genauso ist das auch mit den Bewegungen im Geist: Je
angespannter, aufgeregter, „erhitzter“ oder alarmierter wir sind, desto
schneller und intensiver ist die innere Unruhe des Geistes. Das kann so weit
gehen, dass wir unsere Konzentrationsfähigkeit verlieren, dass wir innerlich
nicht mehr zur Ruhe kommen und schon gar nicht mehr gut schlafen können.
Unser Geist ist unser wichtigstes Werkzeug. Es kann doch nicht
sein, dass unser wichtigstes Werkzeug uns im Griff hat – vielmehr müssten wir doch
selbst unser Werkzeug im Griff haben, bestimmen können, was es zu tun hat. Nur
so können wir unser geistiges Potenzial voll ausschöpfen und eine gezielte
geistige Leistung vollbringen. Nur so können wir, wenn es die Situation
erfordert, unseren ruhelosen Geist dazu bringen, uns in Ruhe zu lassen.
Ayurvedisch-psychologisch gesehen handelt es sich bei der
geistigen Unruhe um ein aktiviertes, möglicherweise überaktiviertes Chitta. Im
Chitta, einer tief liegenden Instanz der Psyche, sammelt der Mensch Erfahrungen,
die ihn – sowohl positiv, wie auch negativ – beeindruckten. Wir nennen sie mit dem
Sanskritbegriff „Samskaras“. Samskaras sind Erlebnisse, Erkenntnisse,
persönliche Ereignisse, Lerneffekte, Traumata, die den Menschen berühren, die
im Chitta mehr Spuren hinterlassen, als flüchtige Alltagsbegegnungen oder
bedeutungslose Momente.
Gerne vergleiche ich das Chitta mit einer Waschmaschine, in
welcher sich Socken, Unterwäsche, Hemden, Hosen... ansammeln, dort - vermischt
mit Wasser, Seife und Weichspüler - durcheinander gewirbelt werden. Dabei
färben möglicherweise bestimmet Wäschestücke auf andere ab, sodass die Wäsche
ihre ursprüngliche Farbe verändert. Zudem verändern die Wäschestücke beim
Waschvorgang auch ihre Form: Einige gehen ein, andere zerknittern, wieder
andere fallen aus der Form, weil sie sich verziehen.
Genauso stellen ich mir auch den Vorgang im Chitta vor: Erlebnisse,
Erkenntnisse, persönliche Ereignisse, Lerneffekte, Traumata usw. werden in
dieser ständig laufenden „Waschmaschine“ durcheinander gewirbelt, färben
aufeinander ab, verlieren ihre ursprüngliche Form oder verändern sich, sodass
es kaum mehr möglich ist, die Inhalte in ihren Feinheiten voneinander zu
unterscheiden oder die ursprüngliche Form zu erkennen.
Bei diesem aktiven Vorgang, der weitgehend unbewusst läuft,
poppen unvermittelt und mehr oder weniger zufällig gewisse Aspekte ins
Bewusstsein. Diese bezeichnen wir ebenfalls mit einem Sanskritbegriff:
„Vrittis“. Vrittis sind ins Bewusstsein auftauchende, jedoch verfälschte Erinnerungen, diffuse
Eindrücke, Gedanken, Glaubenssätze, Ideen usw., die aus dieser geistigen
Aktivität heraus entstanden sind.
Wie bereits oben erwähnt, beschleunigt sich die geistige
Tätigkeit, je angespannter wir sind. Daraus entsteht eine innere Unruhe, ein
innerer Unfriede.
Der unruhige, rastlose Geist, das Gedankenkreisen verzehrt Energie und ist der Hintergrund von Störungen, wie Unruhe, Nervosität, Verspannungen, Geddächtnis- und Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Ängsten, Zwängen, Burnout bis hin zu Depressionen.
Der unruhige, rastlose Geist, das Gedankenkreisen verzehrt Energie und ist der Hintergrund von Störungen, wie Unruhe, Nervosität, Verspannungen, Geddächtnis- und Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Ängsten, Zwängen, Burnout bis hin zu Depressionen.
Mit spirituellen Methoden, wie Meditation,
Entspannungsmethoden, Mantras, Klangschalen usw. erzeugen wir einen inneren
Frieden, indem sich die Chittaaktivität verlangsamen: Die „Waschmaschine“ läuft
im Schongang bei niedrigerer Temperatur. Damit reduziert sich auch das
aufpoppen von Vrittis. Allmählich kehrt innere Ruhe ein.
In der Ayurvedischen Psychologie befassen wir uns genau mit diesen Themen und letztlich mit der Beruhigung des Geistes, damit innerer Frieden einkehrt, aus dem heraus psychologisch heilende Wirkung entstehen kann.
Der nächste Kurs mit Ayurvedisch-Psychologischem Hintergrund: "Konflikte - Krisen - Entscheidungen" findet am 18. - 20. Januar 2019 in Rapperswil SG (Schweiz) statt.
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