Vom Naturgesetz des Rhythmus

 


Wachstum ist im Plan der Natur, schreibe ich in meinem Buch «Wachstum und Entwicklung (Das Erwachen der Urkraft Shakti)». Alles was gesund ist wächst. Stellt ein Lebewesen sein Wachstum ein, geht das gegen das Naturgesetz, was letztlich dazu führt, dass es krank wird oder sogar stirbt, denn die Natur ist stärker als das Individuum.

Das Naturgesetz des Wachstums spricht aber nicht vom ungebremsten, ewigen Wachstum, vom beschleunigten, künstlichen Wachstum, denn es gibt noch ein anderes Naturgesetz, das Gesetz des Rhythmus. Der Rhythmus meint den Wechsel von Expansion und Konzentration, der Anstrengung und der Ruhe. Überall in der Natur beobachten wir Expansion und Konzentration: Die Natur geht im Frühjahr in die Expansion, Im Sommer in die Konzentration, im Herbst in die Expansion bevor sie im Winter wieder in die Konzentration geht. Der Atem, der Herzschlag, der Menstruationszyklus, die pulsierende Vakuole beim Einzeller, die stufenweisen Entwicklungsschritte beim Kind…sind nur einige Beispiele für das Gesetz der Rhythmus’.

Genauso wie wir krank werden, wenn wir gegen das Gesetz des Wachstums verstossen, tut es uns auch nicht gut gegen das Gesetz des Rhythmus zu verstossen. Die Natur schlägt zurück: Wir sind Dauermüde, Energielos, erleben Angstzustände, Schlafstörungen und wenn’s ganz schlimm wird, fallen wir in die Depression oder ins Burnout.

Rhythmus darf nicht mit Takt verwechselt werden. Takt ist ein vorgegebener Gleichschlag, wie es zum Beispiel ein Metronom vorgibt. Die Schlagzeugerin, der Schlagzeuger erzeugt aus dem Takt einen natürlichen Rhythmus, der die Musik lebendig werden lässt. Rhythmus heisst also nicht von allem gleich viel, sondern verlangt den Wechsel von einem Pol zu anderen Pol. Einatmen – Ausatmen, Anspannen – Loslassen, Wach sein – Schlafen; selbst im Schlaf kennen wir Rhythmen zwischen ruhigem und angeregtem Schlaf.

Im Rhythmus zu leben bedeutet, dass wir Aktivität mit Ruhe kompensieren, dass wir nehmen, aber bereit sind auch zu geben, dass wir produzieren und konsumieren… Nochmals: Nicht gleich viel, sondern im gesunden Mass. Das gesunde Mass sorgt dafür, dass nichts und niemand zu kurz kommt. Das gesunde Mass zu finden ist eine Frage der Achtsamkeit, der aufmerksamen Wahrnehmung von Information, die mir sagt: Es ist genug.

J-PC 2025


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